Less Waste im Badezimmer

Ein Badezimmer ist ein Wohlfühlort, oder? Ein besonderer Raum, in dem wir uns frisch machen, pflegen, reinigen und manchmal auch „aufbrezeln“ (wie man so schön in Bayern sagt).😉
Manche mögen es im Bad schlicht und praktisch. Andere haben sich eine wahre Wohlfühloase geschaffen. Ob mit oder ohne Fenster, Blumen oder Holzdekor … wie auch immer dein Badezimmer aussieht, welchen Einrichtungsstil du gewählt hast oder ob es einfach ein funktionales Zimmer ist, eines haben alle Badezimmer gemeinsam: Es ist der Ort, an dem wir uns um uns selbst kümmern.

Nicht nur deshalb ist es der perfekte Ort, um gerade zu Beginn eines nachhaltigen Lebens dort mit der Umsetzung zu starten. Denn immerhin gibt es mittlerweile für nahezu jeden konventionellen Badezimmer-Artikel eine umweltfreundliche Alternative. Deshalb ist es auch überhaupt nicht schwer, genau hier bewusste Entscheidungen zu treffen und nachhaltige Gewohnheiten zu etablieren. 

In diesem Blogartikel werde ich deshalb meine persönlichen Erfahrungen und praktische Tipps mit dir teilen, die dein Badezimmer zu einem Ort machen können, an dem deine Gesundheit und auch das Wohl der Umwelt mithilfe von Achtsamkeit im Mittelpunkt stehen.

Schritt 1: Überdenke deine Produkte

Am besten beginnst du mit einer Bestandsaufnahme. Schau dir an, welche Produkte du derzeit im Badezimmer verwendest. Schau dir die Verpackungen und die Inhaltsstoffe bzw. das Material genau an.

Dann überlege, ob und auf welche Einwegprodukte du verzichten kannst.

Denke beim Durchgehen deiner Produkte an alle Bereiche deines Badezimmers: Vom Duschgel über Kosmetik bis zum Toilettenpapier.

Es gibt, wie gesagt, inzwischen für nahezu jedes „konventionelle“ Badprodukt eine wiederverwendbare oder zumindest nachhaltigere Alternative. Achte in Geschäften bewusst darauf und sieh´ dich beim Einkauf deiner gewohnten Produkte einfach mal nach Alternativen um. 

Schritt 2: Entscheide dich für wiederverwendbare Produkte

Wiederverwendbare Produkte sind der Schlüssel zum Less Waste Badezimmer.
Denn immer, wenn du ein Produkt wiederverwenden kannst, sparst du die Ressourcen, die zur Neuherstellung eines Einwegproduktes benötigt worden wären.

Kosmetikpads
Ein schönes Beispiel dafür sind Wattepads. Anstatt nach jeder Nutzung ein Pad in den Mülleimer wandern zu lassen, kannst du wiederverwendbare Kosmetikpads nutzen, die du auswaschen bzw. in der Waschmaschine waschen und immer wieder aufs Neue benutzen kannst. 

Wenn du dich für wiederverwendbare Kosmetikpads interessierst, dann überlege zuallererst, ob du sie selbst herstellen kannst – aus Stoffen, die du bereits zu Hause hast. (Tipp: Alte Baumwollhandtücher eignen sich dafür hervorragend!) Schneide einfach ein paar Quadrate oder Kreise aus und versäume sie mit der Nähmaschine oder von Hand. Du kannst sie auch häkeln oder stricken. 

Menstruationsprodukte
Für uns Frauen gibt es inzwischen eine Menge Alternativen zu Tampons und Wegwerfbinden.
Welche genau für dich geeignet ist, ist sehr individuell. Deshalb empfehle ich dir, dass du dir die Zeit (und Geduld) nimmst, um dich durch einige Varianten durchzuprobieren.

Manche lieben Periodenunterwäsche. Diese kannst du in der Waschmaschine waschen und wiederverwenden. Prüfe aber vor dem Kauf, dass diese nicht mit Bioziden behandelt wurde. Diese können u.a. allergische Reaktionen auslösen und deine Bakterienflora beeinträchtigen. Informiere dich also vorher z.B. in Testberichten darüber.

Weitere Alternativen sind Stoffbinden und -slipeinlagen. Diese kannst du inzwischen in Drogerien und Onlineshops kaufen aber auch selbstgemacht beispielsweise auf Etsy kaufen und kleine Unternehmen unterstützen. Diese Stoffalternativen kannst du ebenso einfach in der Waschmaschine waschen und wiederverwenden.

Inzwischen weit verbreitet sind zudem Menstruationstassen. Das sind kleine Silikoncups, die du während deiner Periode einführst und regelmäßig ausleerst. Anschließend kochst du sie aus und verwendest sie dann wieder. Diese kannst du jahrelang benutzen – nur die ersten Anwendungen benötigen etwas Geschick, bis du den Dreh raus hast.

Als letzte Möglichkeit möchte ich noch das Menstruationsschwämmchen nennen. Du findest sie auch unter dem Namen „Levantiner“ mittlerweile in bekannten Drogeriemärkten. Dabei handelt es sich um Naturschwämme, die du wie Tampons benutzen kannst. Auch diese werden während der Periode regelmäßig ausgewaschen und nach den Tagen mit Essigwasser desinfiziert, um für den nächsten Monat wieder einsatzfähig zu sein. Ein Schwämmchen kann man ca. 4-6 Monate benutzen, dann sollte es ausgetauscht werden.

Schritt 3: Probiere selbstgemachte Pflegeprodukte

Warum denn eigentlich nicht auch einige deiner Pflegeprodukte selbst herstellen?

Dafür brauchst auch gar keine ellenlange Zutatenlisten, denn viele Produkte lassen sich entweder 1:1 ersetzen oder sind mit wenigen Zutaten schnell selbst hergestellt.

So kannst du beispielsweise deine eigene Haarspülung aus Wasser und Apfelessig herstellen, Trockenshampoo ratzfatz aus Heilerde mixen oder auch dein eigenes Deo mischen.

Ich selbst habe damit tolle Erfahrungen gemacht, sie gut vertragen und war besonders stolz, wenn ich das, was ich brauche, nicht mehr kaufen muss. Meine Rezepte werde ich nach und nach noch hier mit dir teilen.

Schritt 4: Halte Ausschau nach verpackungsfreien Alternativen

Verpackungsfreie Produkte sind ein wesentlicher Bestandteil eines Less Waste Badezimmers.

Es gibt viele Produkte, die ohne Plastikverpackung auskommen. Ob du dich, wie oben erwähnt, für´s selber machen entscheidest, in einem Unverpackt Laden fündig wirst oder einen nachhaltigen Onlineshop bevorzugst.

Mit verpackungsfreien Produkten sparst du jede Menge Plastikmüll und entlastest dadurch unsere Umwelt. Zur Veranschaulichung habe ich dir eine Grafik erstellt, die deutlich zeigt, wie viele Plastikverpackungen im Laufe eines Jahres allein im Badezimmer anfallen. Pro Person!

Jahresverbrauch pro Person an Plastikflaschen im Badezimmer
Durchschnittlicher Jahresverbrauch von Plastikverpackungen pro Person

5. Suche gezielt nach Alternativen zu Plastikverpackungen

Um diesem enormen Plastikproblem entgegen zu wirken, kannst du inzwischen schon viele Produkte plastikfrei einkaufen. Oft ist es einfach nur ein passenden Pendant, das eben nicht mehr aus Kunststoffen sondern aus Naturmaterialien hergestellt wird. Eines solltest du allerdings beachten, wenn du dich für Produktalternativen aus Holz entscheidest: Das Material sollte unbedingt FSC-zertifiziert sein, damit du sicher sein kannst, dass das Holz aus verantwortungsvollen Quellen stammt.

Zahnbürste
Inzwischen wortwörtlich in „aller Munde“: Die Bambuszahnbürste!
Eine umweltbewusste Alternative zu den vielen Plastikzahnbürsten, die über die Jahre im Abfall landen. Die Standardvariante hat meist einen 100% biologisch abbaubaren Griff. Die Borsten können jedoch aus unterschiedlichen, oft nicht abbaubaren, Materialien bestehen. 

Klobürste
Das gleiche gilt für unsere Klobürsten! Die meisten von uns sind mit einer Standard-Klobürste aus 100% Plastik aufgewachsen. Diese sollte aus hygienischen Gründen regelmäßig ausgetauscht werden, was bedeutet, dass jede Menge Plastik im Abfall landet. Es gibt inzwischen auch hier viele nachhaltige Alternativen: Von der fsc-zertifizierten Holzbürste bis zur langlebigen Silikonbürste.

Wattestäbchen / Q-Tips
Wegwerf-Wattestäbchen waren gestern! Entweder du kannst ganz auf sie verzichten oder du steigst auf plastikfreie Papier-Wattestäbchen um, die du in Drogerien und Onlineshops bekommst. 

Nutzt du Wattestäbchen zum Schminken, dann wären bestimmt wiederverwendbare Wattestäbchen etwas für dich. Diese können problemlos nach der Verwendung abgewaschen und in einem kleinen Case für die nächste Verwendung aufbewahrt und immer wieder verwendet werden. 

Falls du Wattestäbchen zur Ohrenreinigung benutzt, dann solltest du allein aus gesundheitlichen Gründen umsteigen. Wattestäbchen gehören nicht in den Gehörgang, weil du ihn dadurch wirklich schädigen könntest. Nutze lieber einen Ohrenreiniger bzw. eine Ohrenschleife aus Edelstahl. Auch dieses wird einfach abgewaschen und ist jahr(zehnt)elang einsetzbar.

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6. Achte auf deinen Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch im Badezimmer ist ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit. Wasser ist ein kostbares Gut und sollte achtsam und sparsam genutzt werden.

Stelle deshalb beim Händewaschen und Zähneputzen das Wasser ab, anstatt es ungenutzt laufen zu lassen. Und auch während des Duschens kannst du den Strahl abdrehen, wenn du dich einseifst.
Hast du eine Dusche, die länger braucht, um warm zu werden?
Dann nutze einen Eimer und stelle diesen in die Dusche, während du das Wasser warmlaufen lässt. Das aufgefangene und „gerettete“ Wasser kannst du dann zum Blumengießen verwenden.

7. Vermeide Mikroplastik in Kosmetika

Ist dir bewusst, dass aus unseren Kosmetikprodukten (z.B. Peelings) oft winzige Plastikpartikel ins Abwasser gelangen?

Da diese von Kläranlagen meist nicht herausgefiltert werden können, wandern sie von dort in Gewässer und können von Tieren aufgenommen werden.

So landen die Plastikpartikel schließlich auf unseren eigenen Tellern!

Bedenkliches Mikroplastik in Kosmetik

Das kannst du tun, um Mikroplastik zu vermeiden und Gewässer zu schützen:

1️⃣ Achte auf Inhaltsstoffe, meide Mikroplastik-Produkte und wähle umweltfreundliche Alternativen.

2️⃣ Wirf solche Produkte sachgerecht weg, um Abwasserbelastung zu minimieren. Spüle sie nicht mit dem Abwasser weg!

3️⃣ Sprich über die Bedeutung dieses Themas. Je mehr davon Kenntnis haben, desto weniger solcher bedenklichen Produkte werden gekauft, so dass sie irgendwann auch nicht mehr im Handel angeboten werden.

Mein Fazit:

Ein Less Waste Badezimmer mag nach einer Herausforderung klingen, aber es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen und nachhaltige Gewohnheiten zu etablieren. Die kleinen Veränderungen, die du vornimmst, haben einen großen Einfluss – sowohl auf die Umwelt als auch auf dich selbst. 

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich die ersten Produkte in meinem Badezimmer durch wiederverwendbare Alternativen ersetzt habe. Diese Entscheidungen habe ich nie bereut! Im Gegenteil – ich habe gemerkt, wie viel Freude und Erfüllung es mir bringt, bewusster zu leben und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Diese Erfahrungen wünsche ich dir auch und möchte dich deshalb zum Abschluss noch einmal ermutigen, einfach mal anzufangen. 

Herzlich,

Silke Klingelhöfer

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