Schadstoffe in Waschmitteln verstehen

„Ups, ich muss schnell noch eine Waschmaschine anstellen“, denkst du dir und stopfst zackig die Wäsche in die Maschine, kippst einen Deckel Flüssigwaschmittel ins Waschmittelfach und startest die Maschine.
So einfach. So schnell. So leicht.
Aber auch gar nicht mal so gesund. Weder für dich, noch für die Umwelt.

Deshalb lass uns heute mal einen Blick auf ein Thema werfen, das oft im hektischen Alltag von vielen übersehen wird: Schadstoffe in Waschmitteln. Als Expertin für Nachhaltigkeit und einen schadstofffreien Haushalt liegt es mir wirklich am Herzen, dich über die potenziellen Risiken von bestimmten Waschmitteln aufzuklären und zu motivieren, bewusstere Entscheidungen zu treffen.

In diesem Blogartikel habe ich dir deshalb die wichtigsten Informationen zu diesem Thema zusammengetragen und werde dir weiter unten auch praktische Tipps geben, wie du eine bewusstere Wahl treffen kannst.

Welche Schadstoffe finden sich in Waschmitteln?

In konventionellen Waschmitteln findet man oft eine Vielzahl an Schadstoffen, die potenziell gesundheits- und umweltschädlich sind. Dazu gehören unter anderem Phosphate, die als Weichmacher und Wasserenthärter dienen, aber negative Auswirkungen auf die Wasserqualität haben können, da sie zu Algenwachstum in Gewässern beitragen. Außerdem werden häufig Duftstoffe und Farbstoffe hinzugefügt, um den Waschmitteln einen angenehmen Geruch und eine ansprechende Farbe zu verleihen. Diese Stoffe können aber auch Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen.

Zusätzlich werden optische Aufheller verwendet, um die Wäsche heller und strahlender aussehen zu lassen. Aber auch sie können allergische Reaktionen verursachen und sind nicht biologisch abbaubar.

Und Konservierungsmittel werden hinzugefügt, um die Haltbarkeit der Waschmittel zu verlängern. Einige von ihnen können allerdings Hautreizungen verursachen und potenziell gesundheitsschädlich sein, während Tenside für die Reinigungskraft von Waschmitteln verantwortlich sind, aber auch schädlich für die Umwelt sein können. Besonders, wenn sie in Gewässer gelangen und dort Wasserorganismen beeinträchtigen.

Ob Waschpulver oder Flüssigwaschmittel macht dabei übrigens keinen Unterschied. Sie unterscheiden sich zwar in ihrer Zusammensetzung und Anwendung, aber beide Formen enthalten oft ähnliche Schadstoffe.

Was für Gesundheitsrisiken können auftreten?

Tatsächlich können chemische Substanzen in Waschmitteln ganz verschiedene Gesundheitsprobleme verursachen, besonders bei Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien. Zu möglichen Risiken gehören z.B. Hautreizungen und allergische Reaktionen. Diese äußern sich oft durch Rötungen, Juckreiz, Ausschläge oder sogar Ekzeme.

Darüber hinaus können Duftstoffe und Chemikalien in Waschmitteln auch Atemwegsprobleme verursachen, besonders bei Personen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Das Einatmen von Dämpfen aus belasteten Waschmitteln kann zu Husten, Atemnot oder Reizungen der Atemwege führen.

Leider ist meine Aufzählung noch nicht zu Ende. Denn neben den o.g. Auswirkungen, sollte man auch nicht aus den Augen verlieren, dass mit vielen bedenklichen Inhaltsstoffen ein Risiko langfristiger Gesundheitsschäden einhergeht. Ich spreche von hormonellen Störungen, erhöhten Krebsrisiken und anderen schwerwiegenden Erkrankungen. Da solche Auswirkungen aber oft erst nach langfristiger Exposition auftreten können, ist es wichtig, gerade die langfristige Verwendung belasteter Waschmittel zu vermeiden.

Besonders gefährdet sind übrigens Kinder und Haustiere. Das liegt daran, dass sie empfindlicher gegenüber den Auswirkungen von Chemikalien in Waschmitteln sind. Wenn sie versehentlich mit belasteter Wäsche in Kontakt kommen oder gar Waschmittel verschlucken können akute Vergiftungserscheinungen oder weitere vielfältige Gesundheitsprobleme die Folge sein.

Es ist also wirklich entscheidend, auf unbedenkliche Inhaltsstoffe deiner Waschmittel zu achten, um das Risiko von Gesundheitsproblemen zu minimieren. Durch die Wahl von umweltfreundlichen und hautverträglichen Waschmitteln kannst du deine Gesundheit und die deiner Familie schützen und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Welche Umweltauswirkungen gibt es?

Neben den Gesundheitsrisiken haben Schadstoffe in Waschmitteln auch negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Viele dieser Chemikalien sind schwer abbaubar und können langfristig die Wasserqualität beeinträchtigen und die Ökosysteme schädigen. Wie das passieren kann? Das liegt daran, dass viele Kläranlagen nicht darauf ausgelegt sind, alle Chemikalien und bedenklichen Stoffe restlos aus dem Abwasser herauszufiltern. Nachdem das Abwasser deiner Waschmaschine also über die Abwasserrohre dein Haus verlässt, gelangt es in die Kläranlage und wird dort schließlich in Gewässer wie Flüsse, Seen und Ozeane abgeleitet. Und dort kann es die Tier- und Pflanzenwelt erheblich gefährden und große Schäden anrichten.

Phosphate, die wie oben beschrieben häufig als Weichmacher und Wasserenthärter in Waschmitteln verwendet werden, gelangen somit in Gewässer und tragen zum übermäßigen Algenwachstum bei. Das führt zu einem Sauerstoffmangel im Wasser, der das Überleben von Fischen und anderen Wasserlebewesen beeinträchtigen kann.

Und die bereits angesprochenen optischen Aufheller, Duftstoffe und anderen Chemikalien in verursachen ebenfalls Umweltschäden. Diese Substanzen können sich in der Umwelt anreichern und die Lebensräume von Pflanzen und Tieren beeinträchtigen. Einige Chemikalien sind sogar giftig für Wasserlebewesen und so langfristige Schäden in Ökosystemen anrichten.

Und auch Boden- und Grundwasserverschmutzung ist ein Thema, vor dem wir nicht die Augen verschließen sollten. Insbesondere wenn das Abwasser nicht ordnungsgemäß behandelt wird, gelangen Schadstoffe in die Nahrungskette und erreichen letztendlich auch uns Menschen.

Insgesamt können die Umweltauswirkungen der Verwendung von mit Schadstoffen belasteten Waschmitteln weitreichend und langfristig sein. Daher ist es wichtig, auf umweltfreundliche und biologisch abbaubare Alternativen umzusteigen, um die Umweltbelastung zu minimieren und unsere Ökosysteme zu schützen.

Wie erkennt man schadstofffreie Waschmittel?

Es ist wichtig, beim Kauf von Waschmitteln auf bestimmte Labels und Zertifizierungen zu achten, die eine geringe Schadstoffbelastung garantieren. Wenn es um die Auswahl von unbedenklichen Waschmitteln geht, solltest du also unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten, um potenzielle Schadstoffe und bedenkliche Chemikalien zu vermeiden. 

Ein erster Schritt ist das Lesen der Etiketten auf den Verpackungen. Gewöhne dir an, dir vor dem Kauf über die enthaltenen Inhaltsstoffe zu informieren und die Zutatenliste genau zu lesen.

Von Produkten, die bekannte schädliche Chemikalien wie Phosphate, Chlor, synthetische Duftstoffe und Farbstoffe enthalten, solltest du besser gleich die Finger lassen. 

Eine hilfreiche Unterstützung bieten dir dabei außerdem Zertifizierungen wie das EU-Ecolabel, der Blaue Engel oder das Ecocert-Zertifikat, mit denen du umwelt- und gesundheitsfreundliche Waschmittel besser identifizieren kannst. Diese Zertifikate signalisieren, dass das Produkt strenge Standards erfüllt und frei von bedenklichen Chemikalien ist.

Du hast natürlich auch die Möglichkeit, dich für natürliche und biologische Alternativen zu entscheiden. Waschmittel, die auf natürlichen und biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen basieren, sind meist frei von synthetischen Chemikalien und genauso effektiv wie herkömmliche Waschmittel. Richte dein Augenmerk also auf Bio-Qualität und du hast schon eine deutlich sichere Wahl getroffen. 

Falls du jemand bist, der auch gerne Dinge selbst in die Hand nimmt, dann gibt es auch die Möglichkeit, dir dein eigenes Waschmittel herzustellen.

Durch die Verwendung einfacher Zutaten wie Natron, Essig und ätherische Öle kannst du dir ein umweltfreundliches und hautverträgliches Waschmittel ganz leicht selber herstellen und weißt genau, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Falls du Lust hast, das mal auszuprobieren, dann kann ich dir – gerade für den Einstieg – meine Rezeptsammlung „Grüne Waschküche“ empfehlen. Darin habe ich 30 easy-nachhaltige Anleitungen rund um deine Waschküche bzw. deinen Putzmittelschrank zusammengestellt.

Rezeptsammlung Grüne Waschküche

Tipps für eine saubere Wahl:

Zusammengefasst kannst du also folgendes tun, um gesund und umweltfreundlich zu Waschen:

  1. Inhaltsstoffe lesen:
    Achte auf die Liste der Inhaltsstoffe und vermeide Produkte mit fragwürdigen Chemikalien wie Phosphate, Chlor und synthetische Duftstoffe.

  2. Nutze natürliche Alternativen: Du kannst auch auf natürliche Alternativen wie selbstgemachtes Waschmittel aus einfachen Zutaten wie Natron, Essig und ätherischen Ölen zurückgreifen.

Extratipp:
Wähle umweltfreundliche Verpackungen: Entscheide dich für Produkte, die in recycelbaren oder biologisch abbaubaren Verpackungen erhältlich sind, um Müll zu reduzieren und damit Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten.

Mein Fazit

Die Wahl des richtigen Waschmittels kann einen großen Unterschied für die eigene Gesundheit und auch für die Umwelt machen. Indem wir uns alle mehr und bewusster für schadstofffreie Produkte entscheiden, tragen wir dazu bei, unsere Familien und die Umwelt zu schützen.

Herzlich

Silke Klingelhöfer

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